Der Markt zahlt weniger, als in der Bilanz an kurzfristigem Vermögen liegt: Net-Nets sind die extremste Form der Unterbewertung, automatisch gescreent und täglich aktualisiert.
Speichere die Strategie und StockScorer prüft ihre Regeln täglich für dich. Du erhältst einen Hinweis, sobald eine Aktie die obere oder untere Score-Schwelle über- oder unterschreitet.
Sobald ausreichend Historie vorliegt, zeigen wir hier den Backtest-Chart dieser Strategie.
Jede Aktie durchläuft dieselben, offengelegten Regeln. Aus den Punkten entsteht ein Score, nachvollziehbar bis zur einzelnen Regel.
Jede Regel prüft eine Kennzahl gegen eine Schwelle, etwa ROE über 15 %.
Du legst pro Regel fest, wie stark sie zählt: von +1 bis +3 oder −1 bis −3.
Die Summe ergibt den Score. Über der oberen Schwelle: hohe Übereinstimmung mit dem Profil.
Die Begriffe beschreiben nur die Übereinstimmung mit den Kriterien, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung.
Der Börsenwert wird gegen das Netto-Umlaufvermögen (NCAV) gestellt: unter 66 % gibt es die volle Punktzahl.
Zwei Stufen: tiefer Substanz-Abschlag (unter 66 % des NCAV) und Notierung unter Liquidationswert (66–100 %).
Ein positives Nettoergebnis schützt den Abschlag; hohe Verluste zehren ihn auf und kosten Punkte.
Nur Small und Mid Caps: Für Large Caps ist der Ansatz strukturell nicht anwendbar.
Für hartgesottene Deep-Value-Anleger mit starkem Nervenkostüm: Net-Nets stecken fast immer in Krisen, die Kurse schwanken heftig, und einzelne Positionen können scheitern. Historisch entschädigte dafür ein Portfolio-Effekt, nicht die Einzelwette.
Ein Net-Net ist eine Aktie, deren Börsenwert unter dem Net Current Asset Value (NCAV) liegt, dem Umlaufvermögen abzüglich sämtlicher Verbindlichkeiten. Anlagevermögen, Marken, Patente: alles gratis dazu. Diese von Benjamin Graham etablierte Deep-Value-Disziplin findet ihre Treffer fast ausschließlich bei Small und Mid Caps in fundamentalen Krisen. Milliardenkonzerne notieren nie unter Liquidationswert, weshalb Large Caps hier per Regel ausgeschlossen sind. Entscheidend ist der Cash-Burn-Check: Ein Abschlag zur Substanz nützt nichts, wenn laufende Verluste sie schneller aufzehren, als der Markt umdenkt.
Der NCAV ist bewusst konservativ: Umlaufvermögen (Kasse, Forderungen, Vorräte) minus sämtliche Verbindlichkeiten, langfristige Schulden eingeschlossen. Liegt der Börsenwert unter 66 % dieses Werts, greift Grahams klassische Sicherheitsmarge: +3 Punkte. Zwischen 66 und 100 % des NCAV gibt es noch +1. Übersteigt der Börsenwert sogar das gesamte Umlaufvermögen, ist keine Substanz-Deckung mehr vorhanden: −1.
Der Cash-Burn-Check ergänzt die Bewertungsseite: Ein positives Nettoergebnis bringt +1; ein Jahresverlust von mehr als 5 % des Börsenwerts kostet einen Punkt, denn er verbrennt genau die Substanz, auf der die Investmentthese ruht. Die obere Schwelle liegt bei 3 Punkten für Mid Caps und 4 für Small Caps; Large Caps erreichen sie designbedingt nie.
Börsenwert unter 66 % des NCAV: tiefer Substanz-Abschlag (+3). Börsenwert zwischen 66 und 100 % des NCAV: unter Liquidationswert (+1). Börsenwert über dem gesamten Umlaufvermögen: keine Substanz-Deckung (−1).
Nettoergebnis positiv: Cash-Burn-Check bestanden (+1). Jahresverlust über 5 % des Börsenwerts: Substanz schmilzt (−1).
Größenklassen-Regel: Nur Small und Mid Caps werden bewertet; bei Large Caps erzwingt eine Knockout-Regel die niedrigste Einstufung, weil der Ansatz dort nicht anwendbar ist.
Net-Nets sind statistisch eine der renditestärksten Value-Disziplinen, aber auch eine der unbequemsten: Die Unternehmen sind klein, illiquide und fast immer mit schlechten Nachrichten belegt. Treffer sind selten; in starken Bullenmärkten kann die Liste praktisch leer sein. Das ist kein Fehler, sondern ein Marktsignal.
Berechnungshinweise: Als „tief negativ“ im Sinne des Cash-Burn-Checks gilt ein Jahresverlust über 5 % des Börsenwerts, eine dokumentierte Konkretisierung des Originalkriteriums. Bei Titeln, deren Handels- und Berichtswährung auseinanderfallen, kann das Verhältnis von Börsenwert zu NCAV leicht verzerrt sein. Im Backtest wird der NCAV look-ahead-frei aus den Jahresbilanzen rekonstruiert.
Für erfahrene Anleger, die ein kleines, spezialisiertes Substanzwert-Segment systematisch beobachten wollen: als Ergänzung, nicht als Kern eines Portfolios.