Insolvenzen kündigen sich in der Bilanz an, lange bevor der Kurs es zeigt: Der Z-Score verdichtet fünf Kennzahlen zu einer Ausfallwahrscheinlichkeit.
Speichere die Strategie und StockScorer prüft ihre Regeln täglich für dich. Du erhältst einen Hinweis, sobald eine Aktie die obere oder untere Score-Schwelle über- oder unterschreitet.
Sobald ausreichend Historie vorliegt, zeigen wir hier den Backtest-Chart dieser Strategie.
Jede Aktie durchläuft dieselben, offengelegten Regeln. Aus den Punkten entsteht ein Score, nachvollziehbar bis zur einzelnen Regel.
Jede Regel prüft eine Kennzahl gegen eine Schwelle, etwa ROE über 15 %.
Du legst pro Regel fest, wie stark sie zählt: von +1 bis +3 oder −1 bis −3.
Die Summe ergibt den Score. Über der oberen Schwelle: hohe Übereinstimmung mit dem Profil.
Die Begriffe beschreiben nur die Übereinstimmung mit den Kriterien, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung.
Der Z-Score übersetzt fünf Bilanzrelationen in eine Ausfallwahrscheinlichkeit für 24 Monate.
Über 2,99 gilt als sicher (+3), 1,81 bis 2,99 als graue Zone (+1), darunter droht akute Gefahr (−3).
Einbehaltene Gewinne fließen stark ein: reine Hoffnungswerte ohne Historie fallen durch.
Finanzwerte arbeiten strukturell mit Bilanzhebel; sie werden neutral eingestuft statt fälschlich bestraft.
Für risikobewusste Anleger als Vorfilter vor jeder anderen Strategie: Bevor Bewertung oder Wachstum zählen, sollte das Überleben gesichert sein. Besonders wertvoll bei Small Caps und optisch billigen Aktien, deren niedriger Preis ein Ausfallrisiko spiegeln kann.
Der Z-Score wurde 1968 von Edward Altman entwickelt und ist bis heute das bekannteste Insolvenzprognose-Modell: Eine Diskriminanzanalyse verdichtet fünf Bilanzrelationen (Working Capital, einbehaltene Gewinne, operative Ertragskraft, Marktwert zu Verbindlichkeiten und Kapitalumschlag) zu einer einzigen Kennzahl für das Ausfallrisiko der nächsten 24 Monate. Über 2,99 beginnt die sichere Zone, unter 1,81 die Distress-Zone mit akuter Insolvenzgefahr. Das Modell bestraft junge Unternehmen ohne Gewinnhistorie hart: genau das macht es zum exzellenten Filter gegen Hype-Aktien ohne Substanz. Für Banken und Versicherer ist die Kennzahl strukturell nicht anwendbar; sie werden neutral eingestuft.
Der Z-Score gewichtet fünf Relationen: Working Capital zur Bilanzsumme (Liquidität), einbehaltene Gewinne zur Bilanzsumme (kumulierte Substanz), EBIT zur Bilanzsumme (Ertragskraft), Marktkapitalisierung zu Gesamtverbindlichkeiten (Marktpuffer) und Umsatz zur Bilanzsumme (Kapitalumschlag). Ein Wert über 2,99 signalisiert die sichere Zone (+3), 1,81 bis 2,99 die graue Zone (+1), unter 1,81 die Distress-Zone (−3).
Die Schwellen sind bewusst für alle Größenklassen identisch: ein hohes Insolvenzrisiko ist bei einem Large Cap genauso inakzeptabel wie bei einem Small Cap (Risikometrik, universal). Finanzwerte und Aktien ohne berechenbaren Z-Score parken mit +1 in der mittleren Zone: nicht bewertet ist nicht dasselbe wie riskant.
Z-Score > 2,99: sichere Zone, Ausfallrisiko statistisch gering (+3).
Z-Score 1,81 – 2,99: graue Zone, moderate Warnstufe, erhöhte Aufmerksamkeit (+1).
Z-Score < 1,81: Distress-Zone, akute Insolvenzgefahr innerhalb von 24 Monaten (−3).
Finanzwert oder Z-Score nicht berechenbar: neutrale mittlere Einstufung (+1).
Die Stärke: Der Z-Score ist rein bilanzbasiert und damit immun gegen Story und Sentiment; er hat in Studien einen Großteil der Insolvenzen ein bis zwei Jahre im Voraus signalisiert. Als Gatekeeper vor Value-Strategien verhindert er den klassischen Fehler, ein „billiges“ Unternehmen zu kaufen, dessen Preis schlicht das Ausfallrisiko spiegelt.
Dokumentierte Verfeinerung: Die graue Zone erhält hier +1 statt 0 Punkte, damit sie als mittlere Einstufung sichtbar wird; im Original-Punktesystem wäre sie von der unteren Zone nicht unterscheidbar. Grenzen: Das Modell wurde für Industrieunternehmen kalibriert; bei Dienstleistern mit schlanker Bilanz ist es konservativ verzerrt, für Finanzwerte gar nicht definiert (daher deren Neutralstellung).
Für alle, die Ausfallrisiken systematisch aussortieren wollen, als eigenständiges Screening oder als Risiko-Gate, das andere Strategien flankiert (der StockScorer-Score nutzt genau dieses Gate als Knockout).