Insolvenzen kündigen sich in der Bilanz an, lange bevor der Kurs es zeigt: Der Z-Score verdichtet fünf Kennzahlen zu einer Ausfallwahrscheinlichkeit.
Speichere die Strategie und StockScorer prüft ihre Regeln täglich für dich. Du erhältst einen Hinweis, sobald eine Aktie die obere oder untere Score-Schwelle über- oder unterschreitet.
MSCI World im selben Zeitraum: +240.1 %
Vergangene Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die Zukunft.
| Score | Anzahl Aktien |
|---|---|
| -3 | 4.175 |
| -2 | 0 |
| -1 | 0 |
| 0 | 0 |
| +1 | 5.939 |
| +2 | 0 |
| +3 | 6.151 |
Jede Aktie durchläuft dieselben, offengelegten Regeln. Aus den Punkten entsteht ein Score, nachvollziehbar bis zur einzelnen Regel.
Jede Regel prüft eine Kennzahl gegen eine Schwelle, etwa ROE über 15 %.
Du legst pro Regel fest, wie stark sie zählt: von +1 bis +3 oder −1 bis −3.
Die Summe ergibt den Score. Daraus drei Klassen: hohe, mittlere, geringe Übereinstimmung.
Die Begriffe beschreiben nur die Übereinstimmung mit den Kriterien, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung.
Der Z-Score übersetzt fünf Bilanzrelationen in eine Ausfallwahrscheinlichkeit für 24 Monate.
Produzenten: über 2,99 sicher, unter 1,81 akute Gefahr. Übrige Nicht-Finanzwerte: über 2,6 sicher, unter 1,1 akute Gefahr (Z''-Modell).
Einbehaltene Gewinne fließen stark ein: reine Hoffnungswerte ohne Historie fallen durch.
Finanzwerte arbeiten strukturell mit Bilanzhebel; sie werden neutral eingestuft statt fälschlich bestraft.
Genau diese Regeln laufen täglich über jede Aktie.
Nach kostenloser Anmeldung: das vollständige Profil im Regel-Editor kopieren, Schwellen anpassen und als eigenes Startprofil speichern.
Alle Regeln ansehen & kopierenIm Backtest ergibt sich eine Gesamtrendite von +5.7%. Der MSCI World kommt im selben Zeitraum auf +240.1%.
Survivorship-frei ab 30. Juni 2015: Die Index-Zusammensetzung wird Point-in-Time berücksichtigt.
Zurückliegender Zeitraum, quartalsweise Neugewichtung, ohne Steuern und Gebühren. Vergangene Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die Zukunft.
Nach mechanischer Anwendung der Regeln, kein gefilterter Bestenlisten-Effekt: Titel mit hoher Übereinstimmung können genauso fallen wie jede andere Aktie.
Für risikobewusste Anleger als Vorfilter vor jeder anderen Strategie: Bevor Bewertung oder Wachstum zählen, sollte das Überleben gesichert sein. Besonders wertvoll bei Small Caps und optisch billigen Aktien, deren niedriger Preis ein Ausfallrisiko spiegeln kann.
Der Z-Score wurde 1968 von Edward Altman entwickelt und ist bis heute das bekannteste Insolvenzprognose-Modell: Eine Diskriminanzanalyse verdichtet fünf Bilanzrelationen (Working Capital, einbehaltene Gewinne, operative Ertragskraft, Marktwert zu Verbindlichkeiten und Kapitalumschlag) zu einer einzigen Kennzahl für das Ausfallrisiko der nächsten 24 Monate. Altman selbst beschränkt dieses 1968er-Modell ausdrücklich auf produzierende Unternehmen; für alle anderen Nicht-Finanzwerte (Handel, Dienstleister, Technologie) hat er 1995 das Z''-Modell ohne Umsatz-Term nachgereicht. StockScorer wendet deshalb je nach Sektor das passende Modell an: klassischer Z-Score für Produzenten, Z'' für den Rest. Über der jeweiligen oberen Zone beginnt die sichere Zone, unter der unteren die Distress-Zone mit akuter Insolvenzgefahr. Beide Modelle bestrafen junge Unternehmen ohne Gewinnhistorie hart: genau das macht sie zu exzellenten Filtern gegen Hype-Aktien ohne Substanz. Für Banken und Versicherer sind beide Kennzahlen strukturell nicht anwendbar; sie werden neutral eingestuft.
Für fertigungsnahe Sektoren (Industrie, Grundstoffe, zyklische und nicht-zyklische Konsumgüter, Energie) nutzt StockScorer den klassischen Altman-Z-Score, gewichtet aus fünf Relationen: Working Capital zur Bilanzsumme (Liquidität), einbehaltene Gewinne zur Bilanzsumme (kumulierte Substanz), EBIT zur Bilanzsumme (Ertragskraft), Marktkapitalisierung zu Gesamtverbindlichkeiten (Marktpuffer) und Umsatz zur Bilanzsumme (Kapitalumschlag). Ein Wert über 2,99 signalisiert die sichere Zone (+3), 1,81 bis 2,99 die graue Zone (+1), unter 1,81 die Distress-Zone (−3).
Für alle übrigen Nicht-Finanz-, Nicht-Immobiliensektoren (Handel, Dienstleister, Technologie, Gesundheit) greift seit der Originaltreue-Runde stattdessen Altmans eigenes Z''-Modell von 1995 ohne Umsatz-Term, mit eigenen Zonen: über 2,6 sicher (+3), 1,1 bis 2,6 graue Zone (+1), unter 1,1 Distress (−3). Die Schwellen sind bewusst für alle Größenklassen identisch: ein hohes Insolvenzrisiko ist bei einem Large Cap genauso inakzeptabel wie bei einem Small Cap (Risikometrik, universal). Finanz- und Immobilienwerte sowie Aktien ohne berechenbaren Z-Score bzw. Z'' parken mit +1 in der mittleren Zone: nicht bewertet ist nicht dasselbe wie riskant.
Produzenten (klassischer Z-Score): > 2,99 sichere Zone (+3), 1,81 – 2,99 graue Zone (+1), < 1,81 Distress-Zone (−3).
Übrige Nicht-Finanzwerte (Z''-Modell 1995): > 2,6 sichere Zone (+3), 1,1 – 2,6 graue Zone (+1), < 1,1 Distress-Zone (−3).
Finanz-/Immobilienwert oder Z-Score bzw. Z'' nicht berechenbar: neutrale mittlere Einstufung (+1).
Die Stärke: Der Z-Score ist rein bilanzbasiert und damit immun gegen Story und Sentiment; er hat in Studien einen Großteil der Insolvenzen ein bis zwei Jahre im Voraus signalisiert. Als Gatekeeper vor Value-Strategien verhindert er den klassischen Fehler, in ein „billiges“ Unternehmen zu investieren, dessen Preis schlicht das Ausfallrisiko spiegelt.
Originaltreue seit dem 23.08.2026: Altman selbst kalibrierte das 1968er-Modell nur für produzierende Firmen; StockScorer wendet es deshalb jetzt nur noch dort an und nutzt für alle übrigen Nicht-Finanzwerte Altmans eigenes Z''-Modell (1995, ohne Umsatzfaktor, andere Zonen-Grenzen 2,6/1,1). Zuvor lief der klassische Z-Score sektorunabhängig für alle Nicht-Finanzwerte, was bei Dienstleistern und Technologiewerten mit schlanker Bilanz systematisch zu konservativ war. Dokumentierte Verfeinerung bleibt: Die graue Zone erhält hier +1 statt 0 Punkte, damit sie als mittlere Einstufung sichtbar wird; im Original-Punktesystem wäre sie von der unteren Zone nicht unterscheidbar.
Grenzen: Für Finanzwerte ist keines der beiden Modelle definiert (daher deren Neutralstellung). Die Sektor-Zuordnung zwischen den beiden Modellen folgt einer festen Liste fertigungsnaher Branchen; Grenzfälle (z.B. Mischkonzerne) können im jeweils anderen Modell treffender bewertet sein.
Für alle, die Ausfallrisiken systematisch aussortieren wollen, als eigenständiges Screening oder als Risiko-Gate, das andere Strategien flankiert (der StockScorer-Score nutzt genau dieses Gate als Knockout).