Gewinn ist eine Meinung, Cash ist ein Fakt: Der Accrual-Check misst, ob bilanzierte Gewinne mit echtem Geld unterlegt sind, automatisiert über den gesamten Markt.
Speichere die Strategie und StockScorer prüft ihre Regeln täglich für dich. Du erhältst einen Hinweis, sobald eine Aktie die obere oder untere Score-Schwelle über- oder unterschreitet.
Sobald ausreichend Historie vorliegt, zeigen wir hier den Backtest-Chart dieser Strategie.
Jede Aktie durchläuft dieselben, offengelegten Regeln. Aus den Punkten entsteht ein Score, nachvollziehbar bis zur einzelnen Regel.
Jede Regel prüft eine Kennzahl gegen eine Schwelle, etwa ROE über 15 %.
Du legst pro Regel fest, wie stark sie zählt: von +1 bis +3 oder −1 bis −3.
Die Summe ergibt den Score. Über der oberen Schwelle: hohe Übereinstimmung mit dem Profil.
Die Begriffe beschreiben nur die Übereinstimmung mit den Kriterien, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung.
Die Sloan Ratio vergleicht Buchgewinn mit tatsächlichen Zahlungsströmen: die Kernfrage der Ertragsqualität.
Unter −10 % exzellent (+2), −10 bis +10 % gesund (+1), ab +10 % beginnt die Warnzone.
Hohe Accruals kehren sich historisch um: auf aggressive Buchungen folgen schwache Folgejahre.
Werte über +25 % deuten auf vorgezogene Umsätze oder geschobene Kosten: extreme Gefahr (−3).
Für fundamentale Anleger als Qualitätsfilter über jeder gewinnbasierten Strategie: Ein niedriges KGV nützt nichts, wenn das „G“ darin nur Buchwerk ist. Besonders wertvoll vor Käufen nach starken Gewinnsprüngen.
Die Accrual-Anomalie gehört zu den robustesten Befunden der Rechnungswesen-Forschung: Richard Sloan zeigte 1996, dass Anleger sich auf bilanzierte Nettogewinne fixieren („Earnings Fixation“) und dabei übersehen, wie viel davon nur Buchwerk ist. Accruals (nicht zahlungswirksame Gewinnbestandteile wie vorgezogene Umsätze oder geschobene Kosten) kehren sich langfristig um. Die Sloan Ratio misst ihren Anteil: (Nettogewinn − operativer Cashflow − Investitions-Cashflow) relativ zur Bilanzsumme. Stark negative Werte bedeuten sprudelnde Kassen bei buchhalterisch arm gerechnetem Gewinn; Werte über +25 % signalisieren extreme Gefahr: Manipulation oder bevorstehende Abschreibungen.
Die Sloan Ratio wird berechnet als (Nettogewinn − operativer Cashflow − Investitions-Cashflow) geteilt durch die durchschnittliche Bilanzsumme. Ein Wert unter −10 % bedeutet exzellente Cash-Deckung (+2): Das Unternehmen verdient real mehr, als die Gewinnrechnung zeigt, typisch bei hohen, nicht zahlungswirksamen Abschreibungen. Die Zone von −10 bis +10 % gilt als gesund (+1).
Ab +10 % beginnt die Warnstufe (−1): Ein wachsender Teil des Gewinns ist nicht durch Zahlungen gedeckt. Über +25 % herrscht extreme Gefahr (−3): solche Werte entstehen durch aggressive Forderungsverbuchung, vorgezogene Umsätze oder in die Zukunft geschobene Kosten. Die obere Schwelle liegt bei 1 Punkt (Small Caps: 2); ohne berechenbare Sloan Ratio bleibt die Einstufung neutral in der Mitte.
Sloan Ratio < −10 %: exzellente Cash-Deckung, Cashflow übersteigt den Buchgewinn deutlich (+2).
−10 bis +10 %: gesunde Zone, Gewinn und Zahlungsströme decken sich (+1).
+10 bis +25 %: Warnstufe, hoher Anteil an Buchgewinnen (−1).
≥ +25 %: extreme Gefahr, Hinweis auf Manipulation oder bevorstehende Abschreibungen (−3).
Die Stärke: Der Check ist ein reiner Zahlungsstrom-Abgleich und damit kaum zu schönen: wer Umsätze vorzieht, kann den fehlenden Cashflow nicht herbeibuchen. Als Gegenprobe zu jeder gewinnbasierten Kennzahl (KGV, ROE, EPS-Wachstum) deckt er auf, wenn deren Basis wackelt. Der StockScorer-Score nutzt genau diesen Check als Knockout-Gate.
Grenzen: Einzelne Jahre können durch legitime Sondereffekte (Übernahmen, Großprojekte, Working-Capital-Aufbau vor Expansion) verzerrt sein; ein hoher Wert ist ein Prüfauftrag, kein Urteil. Die Strategie misst zudem ausschließlich Qualität, nicht Bewertung oder Wachstum; sie entfaltet ihren Wert vor allem in Kombination.
Für skeptische Fundamentalanleger, die Gewinnqualität systematisch gegenprüfen wollen, als Filter über Watchlists, vor Nachkäufen und über jeder Strategie, die auf bilanzierten Gewinnen aufbaut.