Neun Ja/Nein-Fragen an die Bilanz, je ein Punkt, keine Gewichtung. Verbessert sich das Unternehmen fundamental, oder steckt es in der Abwärtsspirale?
Speichere die Strategie und StockScorer prüft ihre Regeln täglich für dich. Du erhältst einen Hinweis, sobald eine Aktie die obere oder untere Score-Schwelle über- oder unterschreitet.
Sobald ausreichend Historie vorliegt, zeigen wir hier den Backtest-Chart dieser Strategie.
Jede Aktie durchläuft dieselben, offengelegten Regeln. Aus den Punkten entsteht ein Score, nachvollziehbar bis zur einzelnen Regel.
Jede Regel prüft eine Kennzahl gegen eine Schwelle, etwa ROE über 15 %.
Du legst pro Regel fest, wie stark sie zählt: von +1 bis +3 oder −1 bis −3.
Die Summe ergibt den Score. Über der oberen Schwelle: hohe Übereinstimmung mit dem Profil.
Die Begriffe beschreiben nur die Übereinstimmung mit den Kriterien, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung.
Nettogewinn und operativer Cashflow müssen positiv sein, und der Cashflow über dem Gewinn liegen.
Kapitalrendite, Liquidität, Bruttomarge und Kapitalumschlag werden gegen das Vorjahr geprüft.
Ein fallender Verschuldungsgrad signalisiert, dass die Bilanz stärker statt fragiler wird.
Keine Ausgabe neuer Aktien: Verwässerung ist oft das erste Zeichen von Kapitalnot.
Für sicherheitsbewusste Fundamentalanleger, und als Qualitätsfilter vor Value-Käufen: Ein niedriger Preis nützt nichts, wenn die Substanz erodiert. Wer optisch billige Aktien prüft, sieht hier, ob die Bilanz die Geschichte bestätigt.
Der 9-Punkte-Bilanzcheck prüft die finanzielle Verfassung eines Unternehmens mit neun strikt binären Kriterien. Jedes erfüllte Kriterium bringt exakt einen Punkt. Das Vorbild ist der F-Score, den Joseph Piotroski im Jahr 2000 an der University of Chicago entwickelte: Gerade bei günstig bewerteten Aktien trennt die ungewichtete Summe schwacher Einzelsignale zuverlässig die Unternehmen mit echter Substanz von denen, die intern Kapital verbrennen. Besonders aufschlussreich ist der Accrual-Check: Liegt der operative Cashflow über dem Nettogewinn, ist der Gewinn mit echtem Geld unterlegt, nicht mit Buchungseffekten.
Alle neun Kriterien sind Ja/Nein-Fragen mit exakt einem Punkt, bewusst ohne Gewichtung. Die empirische Forschung hinter dem F-Score-Prinzip zeigt: Gerade die ungewichtete Kumulation vieler schwacher Signale maximiert die Vorhersagekraft für finanzielle Stabilität. Fehlt eine Kennzahl, gibt es konservativ keinen Punkt.
Vier Kriterien prüfen die Profitabilität (Gewinn positiv, Cashflow positiv, Kapitalrendite gestiegen, Cashflow über Gewinn), drei die Kapitalstruktur (Verschuldung gesunken, Liquidität gestiegen, keine Verwässerung), zwei die operative Effizienz (Bruttomarge und Kapitalumschlag gestiegen). Die obere Schwelle liegt bei 6 Punkten für Large Caps, 7 für Mid Caps und 8 für Small Caps.
Profitabilität: (1) Nettogewinn positiv, (2) operativer Cashflow positiv, (3) Gesamtkapitalrendite über Vorjahr, (4) operativer Cashflow über Nettogewinn (Ertragsqualität).
Kapitalstruktur: (5) Verschuldungsgrad unter Vorjahr, (6) Current Ratio über Vorjahr, (7) Aktienzahl nicht gestiegen.
Effizienz: (8) Bruttomarge über Vorjahr, (9) Kapitalumschlag (Umsatz/Bilanzsumme) über Vorjahr.
Der Check ist ein Trend-Instrument: Er misst Verbesserung gegenüber dem Vorjahr, nicht absolutes Niveau. Ein solides, aber stagnierendes Unternehmen kann daher niedriger punkten als ein sich stark verbesserndes; das ist gewollt, denn genau diese Verbesserer liefern historisch die Überrenditen im günstigen Marktsegment.
Dokumentierte Abweichung: Das akademische Original misst den Verschuldungstrend über langfristige Schulden im Verhältnis zur Bilanzsumme; StockScorer verwendet den Verschuldungsgrad (Schulden zu Eigenkapital): dieselbe Richtung, leicht andere Basis. Der Accrual-Vergleich nutzt den operativen Cashflow wie im Original.
Für alle, die Bilanzqualität systematisch prüfen wollen, allein oder als zweiter Filter neben einer Bewertungsstrategie wie Zwei-Faktor Value + Qualität.