Hoch bewertete Wachstumsaktien stürzen am tiefsten, wenn die Substanz fehlt. Der G-Score prüft, ob das Wachstum fundamental gedeckt ist.
Speichere die Strategie und StockScorer prüft ihre Regeln täglich für dich. Du erhältst einen Hinweis, sobald eine Aktie die obere oder untere Score-Schwelle über- oder unterschreitet.
Sobald ausreichend Historie vorliegt, zeigen wir hier den Backtest-Chart dieser Strategie.
Jede Aktie durchläuft dieselben, offengelegten Regeln. Aus den Punkten entsteht ein Score, nachvollziehbar bis zur einzelnen Regel.
Jede Regel prüft eine Kennzahl gegen eine Schwelle, etwa ROE über 15 %.
Du legst pro Regel fest, wie stark sie zählt: von +1 bis +3 oder −1 bis −3.
Die Summe ergibt den Score. Über der oberen Schwelle: hohe Übereinstimmung mit dem Profil.
Die Begriffe beschreiben nur die Übereinstimmung mit den Kriterien, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung.
Kapitalrendite (ROA) und Cashflow-Rendite werden gegen den Branchendurchschnitt gestellt, nicht gegen absolute Schwellen.
Der operative Cashflow muss über dem Nettogewinn liegen: Buchgewinne ohne Cash-Deckung zählen nicht.
Überdurchschnittliche F&E- und Investitionsausgaben drücken heutige Gewinne, sichern aber künftige Marktstellung.
Alle Vergleiche laufen sektorrelativ: ein Softwarewert wird an Software gemessen, nicht an Versorgern.
Für Wachstums-Anleger, die teure Aktien nicht meiden, aber absichern wollen: Der G-Score beantwortet die Frage, ob hinter der hohen Bewertung fundamentale Stärke steht oder nur eine Story.
Während der klassische 9-Punkte-Bilanzcheck für günstig bewertete Aktien entwickelt wurde, zielt der G-Score auf das Gegenteil: hoch bewertete Wachstumsaktien. Partha Mohanram zeigte 2005, dass sich auch im teuren Marktsegment Gewinner von „Fallen Stars“ trennen lassen: mit binären Kriterien relativ zur Branche. Übertrifft ein Unternehmen den Branchenschnitt bei Kapital- und Cashflow-Rendite, deckt der operative Cashflow den Gewinn, und investiert es überdurchschnittlich in Forschung und Anlagen, ist das hohe Wachstum fundamental unterlegt. Wer dagegen überall unterdurchschnittlich abschneidet, ist ein Absturzkandidat, dessen Bewertung allein auf Erwartungen ruht.
Fünf binäre Kriterien, je ein Punkt: Kapitalrendite (ROA) über dem Branchenschnitt, Cashflow-Kapitalrendite (CFROA) über dem Branchenschnitt, operativer Cashflow über dem Nettogewinn (Ertragsqualität), F&E-Intensität über dem Branchenschnitt und Investitions-Intensität (CapEx im Verhältnis zur Bilanzsumme) über dem Branchenschnitt.
Die Investitions-Kriterien sind der Clou des Modells: Hohe F&E- und CapEx-Ausgaben drücken den aktuellen Gewinn, konservative Bilanzierung bestraft also genau die Unternehmen, die am stärksten in ihre Zukunft investieren. Der G-Score dreht das um und wertet überdurchschnittliche Investitionen als Qualitätssignal. Die obere Schwelle liegt bei 4 Punkten (Small Caps: 5); wer nur 0 bis 1 Punkte erreicht, ist im teuren Segment ein klassischer Absturzkandidat.
Profitabilität: (1) ROA über Branchenschnitt, (2) CFROA über Branchenschnitt.
Ertragsqualität: (3) operativer Cashflow über dem Nettogewinn.
Investitionen: (4) F&E-Ausgaben im Verhältnis zur Bilanzsumme über Branchenschnitt, (5) CapEx im Verhältnis zur Bilanzsumme über Branchenschnitt.
Dokumentierte Abweichungen: Umsetzbar sind fünf der acht Original-Kriterien, die Werbeintensität sowie die Varianz von Kapitalrendite und Umsatz entfallen mangels Daten; die Schwellen sind entsprechend von 8 auf 5 Kriterien skaliert. Verglichen wird gegen Branchen-Mittelwerte statt der im Original verwendeten Mediane; bei schiefen Verteilungen (einzelne Ausreißer) kann das Kriterien strenger oder milder machen.
Im Backtest stehen keine historischen Branchenschnitte zur Verfügung: die vier branchenrelativen Kriterien sind dort neutral gestellt, nur die Ertragsqualität bleibt bewertbar. Die Regelabdeckungs-Anzeige im Backtest skaliert die Schwellen entsprechend und weist das transparent aus; die Live-Bewertung nutzt dagegen alle fünf Kriterien.
Für Growth-Anleger als Qualitätsfilter über dem teuren Marktsegment, ideal in Kombination mit einer Momentum- oder Rule-of-40-Sicht, die das Wachstum selbst misst.